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Sehenswertes in der Umgebung

Mahlsdorf Haus

 

Das Gründerzeitmuseum

im Gutshaus Mahlsdorf

Hultschiner Damm 333, 12623 Berlin

 

Das 200-jährige Gutshaus Mahlsdorf ist nach der mittelalterlichen Dorfkirche das zweitälteste erhaltene Gebäude im Ort. Es beherbergt seit 1960 das Gründerzeitmuseum Mahlsdorf. Gutspark und  Museum bilden ein sehenswertes Gesamtensemble, in dem Wohn- und Gartenkultur beispielhaft vereint sind.


Das Gründerzeitmuseum öffnet Mittwoch und Sonntag 10-18 Uhr (Führungen nach Vereinbarung)

Auf Wunsch Führungen auch in Englisch und Holländisch

Telefon (030)   5 67 83 29   -   Fax   (030) 56 59 48 73

 

Die Gründerzeit

Den Beginn der Gründerzeit in Deutschland mar-kieren besonders zwei historische Ereignisse: der Sieg über Frankreich im Krieg von 1870/71 und die daraufhin 1871 erfolgte Gründung des Deutschen Reiches. Die damit verwirklichte nationale Einheit und die französische Kriegsentschädigung von fünf Milliarden Goldfranc lösten einen Gründerboom von Aktiengesellschaften, Banken und Unternehmen aus, der den nachfolgenden Jahrzehnten den Namen “Gründerzeit” gab.

Die deutsche Wirtschaft erlebte einen märchenhaften Aufschwung, der von einer rasanten Industrialisierung begleitet wurde. Wissenschaft und Forschung blühten auf, die Technik hielt Einzug in viele Lebensbereiche. Nutznießer dieser Entwicklung war das Bürgertum, das einen nie gekannten Wohlstand erlangte. Das Bedürfnis nach Selbstdarstellung und Repräsentation fand seinen Ausdruck nicht zuletzt in den Wohnungen. Im Zeitalter des Historismus orientierte man sich zunehmend mit fabrikmäßig hergestellten Möbeln und kunstgewerblichen Gegenständen an den großen Kunststilen vergangener Jahrhunderte.

Unter den gleichzeitig auftretenden Neostilen erfreute sich der als national empfundene Stil der sog. deutschen Neo-Renaissance, der an die glanzvolle Geschichte und Kultur des deutschen Städtebürgertums im 16. Jahrhundert erinnerte, besonderer Beliebtheit. Er behauptet sich bis zum Ersten Weltkrieg neben dem um 1900 aufkommenden Jugendstil.

Der Gutspark

Das Gutshaus Mahlsdorf bildete einst den Mittelpunkt einer für die Region typischen ländlichen Gutsanlage. Nördlich der Eingangsfront erstreckte sich ein hufeisenförmiger Wirtschaftshof mit Vieh-ställen und Scheunen, der 1920 separiert wurde.

Südlich des Hauses befand sich Gartenland, das der letzte Gutsbesitzer Hermann Schrobsdorff in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in einen Landschaftspark umgestalten ließ. Die Instandsetzung der Parkanlage nach dem Zustand um 1906 erfolgte 1993-95 durch die Gartendenk-malpflege des Landesdenkmalamtes Berlin.

Parkseitig entstand wieder der kleine Pleasure-ground mit fünf Blumenbeeten. Durch die Anlegung artenreicher Blumenwiesen sowie die Pflanzung zahlreicher Bäume und Sträucher konnten ehemalige Raumbilder wiedergewonnen werden. Der Hofbereich wurde wieder mit kleinen Feldsteinen gepflastert und durch sechs kugelförmig geschnittene Rotdorne vor der Hausfassade gestaltet. Den gärtnerischen Abschluss zum heute nicht mehr erlebbaren Wirtschaftshof bilden Rosenhecken und ein Kastanienrondell mit Parkbänken. Der malerische Gutspark, eine öffentliche Anlage, ist heute attraktiver Anziehungspunkt für Erholungssuchende. Im Sommerhalbjahr bildet er mit seinen hohen Bäumen und bunten Wiesen den stimmungsvollen Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen.